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Wer im Sommer abseits vom touristischen Trubel an den Ufern des Gardasees übernachtet, fühlt sich gleich in südlichen Gefilden. Hier hört man die Grillen bis spät in die Nacht zirpen; in den Abendstunden kann man viele Glühwürmchen beobachten. Am Tag sieht man häufig Eidechsen, die manchmal bis auf wenige Zentimeter an einen herankommen. Zu den schönsten Exemplaren gehört die Smaragdeidechse mit ihrem gold-grün schimmerndem Rücken und glänzendem, türkisfarbenem Hals.
Nach Sonnenuntergang gehen die Fledermäuse auf
Jagd. Im Bereich von Straßenlaternen haben die „pipistrelli" es auf die vom
Licht angezogenen Insekten abgesehen. Selten hat man das Glück, einem der wenigen
noch heimischen Uhus bei seinem nächtlichen Beutezug zu begegnen.
Seit einigen Jahren erscheinen am Himmel wieder die Silhouetten der Fischadler,
die in Europa fast überall ausgerottet sind. In spiraligem Sturzflug stoßen
sie auf die Wasseroberfläche und greifen mit ihren Fängen die Beute.
Der Gardasee ist sehr fischreich und bietet einige zoologische Besonderheiten. So hat sich aus seiner Salzwasser-Vergangenheit die Sardelle gehalten. Die Evolution verhalf der Süßwassersardelle im Gardasee zu einer stattlichen Länge von bis zu 30 Zentimetern. Im südlichen Teil des Sees werden sie gefangen und, wie auch die Aale die hier im flacheren Wasser leben, an Straßenverkaufsständen dargeboten. Hechte und Schleien werden im Süden wie im Norden gefischt.
Nur selten trifft man bei Bergwanderungen auf eine am Gardasee heimische Skopionart.
Ihr Biß ist nicht wesentlich gefährlicher als der Stich einer Biene. Trotzdem
sollte man seinen Rastplatz vorher kontrollieren. Vielfach sitzen die Tiere
unter flachen Steinen.
Sehr viel unangenehmer als Skopione sind einige Tausendfüßler arten die handlang werden können; ihr Biß kann eine schmerzhaft, mehrere Wochen andauernde Schwellung hervorrufen.
Bei Bergwanderungen kann nicht nur die Begegnung mit Skopionen oder Tausendfüßlern unangenehm werden, sondern auch die mit einer kleinen, aber hochgiftigen Viper. Schlangen suchen jedoch stets von sich aus das Weite. Einen sicheren Schutz bieten auf jeden Fall sicheres, hochreichendes Schuhwerk, wie man es auf Bergwanderungen tragen sollte. |